Equal Pay Day - 19. März 2016

2016 heißt die "AMF" (Arbeitskreis Münsterscher Frauenvereine) und der BPW Münster e.V. am Samstag, den 19. März ab 11 Uhr vor der Lambertikirche alle interessierten Frauen und Männer willkommen...

Das war 2015: Eine rote Fahne für Entgeltgleichheit
Am 20. März ist der Equal Pay Day die Stadt Münster, Frauenorganisationen und Gewerkschaften beziehen Position.
Die "Equal Pay Day"-Fahne wird am Freitag am Stadtweinhaus unübersehbar zeigen: Frauen und Männer werden in Deutschland weiterhin ungleich bezahlt. Aktuell beträgt die Differenz  laut Statistischem Bundesamt 22 Prozent. Auf diesen in der Geldbörse spürbaren Mangel an Chancengleichheit weisen Münsters Frauenorganisationen, Gewerkschaften und das Frauenbüro hin. Oberbürgermeister Markus Lewe schloss sich ihrer Forderung nach gleicher Bezahlung an und sorgt dafür, dass die rote Fahne am Tag der Entgeltgleichheit am Prinzipalmarkt weht.

Foto: Equal Pay Day: Am Freitag, 20. März, fordert diese Fahne am Stadtweinhaus Entgeltgleichheit für Frauen und Männer. - Foto: Presseamt Münster.






















Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich aus den 22 Prozent Unterschied bei der Bezahlung: Frauen müssen 79 der 365 Tage unentgeltlich arbeiten, bis sie Geld verdienen. So betrachtet,  werden sie für ihre Arbeit erst ab dem Stichtag 20. März bezahlt, während die Männer seit dem 1. Januar des Jahres Lohn und Gehalt bekommen. "Das zeigt, dass die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt längst nicht erreicht ist", stellt Martina Arndts-Haupt, Leiterin des städtischen Frauenbüros fest.
Deutschland liegt mit dem Makel eines hohen geschlechtsspezifischen Lohnunterschieds in Europa an drittletzter Stelle vor Österreich (23 Prozent) und Estland (30 Prozent). Ursachen sind das schlechtere Lohnniveau in den "typischen" Frauenberufen, die geringere Zahl an weiblichen Führungskräften, Teilzeitbeschäftigung und Minijobs, aber auch Unterschiede bei frei verhandelten Gehältern.
In Münster habe die Entgeltungleichheit einen besonders bitteren Aspekt, so die Frauenbeauftragte Martina Arndts-Haupt. "Dort, wo in Münster die meisten sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen - auch die gut Qualifizierten - arbeiten, ist die Lücke besonders groß: In der Versicherungswirtschaft und bei den Banken verdienen Frauen ein Drittel weniger, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Handel bekommen sie ein Viertel weniger, bei den freiberuflichen Dienstleistungen beträgt die Differenz 32 Prozent."

Arbeitsgemeinschaft Münsterscher Frauenorganisationen (AMF)
Petition: Wir Münsteraner Frauen fordern anlässlich des Equal Pay Day 2015 (EPD), dem „Tag der gleichen Bezahlung“,

-    gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit,
-    eine größere Lohntransparenz,
-    mehr Einkommen in traditionellen Frauenberufen,
-    mehr Frauen in Chefsesselpositionen auch auf mittleren Ebenen
Ein großer Teil der Frauen verdient bei gleichwertiger Arbeit rechnerisch 22 % weniger als die Männer. Die Folgen dieser ungleichen Bezahlung sind geringere Renten- und Sozialleistungen wie z.B. Krankengeld und Arbeitslosengeld für Frauen.
Bis zum 20. März 2015 müssen Frauen arbeiten, um genau so viel Geld in der Lohntüte zu haben, wie Männer mit gleichwertiger Qualifikation bereits am 31. Dezember 2014 verdient haben. Viele Frauen müssen also in diesem Jahr rechnerisch 79 Tage länger arbeiten, um das gleiche Entgelt wie Männer in vergleichbaren Positionen zu erwirtschaften. Der Tag, an dem sie das dann erreicht haben, heißt „Equal Pay Day (EPD)“ - der „Tag der gleichen Bezahlung“.
Am „Tag der gleichen Bezahlung“ fordern wir die politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen auf, diesen Missstand zügig zu beseitigen und für Lohngerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu sorgen.
Die Ursachen für diese Ungleichheit sind unterschiedlich:
    Traditionelle Frauenberufe werden immer noch schlechter bewertet und entlohnt als vorwiegend von Männern ausgeübte Berufe.
    Frauen sind weitaus weniger in Führungspositionen zu finden als Männer.
 
Es braucht, so meinen wir, sowohl landespolitische als auch bundespolitische Maßnahmen, um hier mehr Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu erreichen. Das Ziel muss sein, diese Lohnlücke von 22 % zu schließen und eine Entgeltgleichheit zu schaffen. Die Wirtschaft alleine wird dieses Ungleichheits-Problem nicht lösen wollen. Die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen muss die Landes- bzw. Bundesregierung schaffen. Ein Gesetz zur Entgeltgleichheit sowie eine Quote für Frauen und Männer in Führungspositionen wären wichtige Schritte dahin.
Um die immer noch aktuelle Lohnlücke von 22 % zwischen den Geschlechtern zu schließen, sind transparente Bewertungsverfahren und Vergütungsstrukturen in Unternehmen eine zentrale Voraussetzung. Wenn jeder weiß, was Kollegen und Kolleginnen in vergleichbarer Position verdienen, müssen Arbeitgeber die Gehaltsunterschiede auch begründen. Nur so können Frauen und Männer gleichermaßen die eigenen Gehaltsforderungen überzeugend vertreten und ihren Rechtsanspruch auf eine gerechte Entlohnung durchsetzen. Der Equal Pay Day (EPD) 2015 soll deshalb das große Tabu der Gehaltsintransparenz aufbrechen.
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist es, im Rahmen des EPD auf die demografische Entwicklung und ihre Folgen hinzuweisen. Viele Menschen werden heute älter als zu früheren Zeiten. Wir werden zukünftig mehr Personal in der Altenpflege benötigen und dies zu weitaus besseren Lohn- und Arbeitsbedingungen als bisher. Die mit hohen Anforderungen verbundenen Leistungen in der Altenpflege müssen entsprechend finanziell entgolten werden. Insgesamt müssen soziale Berufe in der Gesellschaft einen höheren Status erhalten.
Im Sinne einer gerechten und menschenwürdigen Zukunft unserer Gesellschaft ist es unabdingbar, dass alle politischen Ebenen sich um die Lösung dieser Probleme ernsthaft bemühen.
Daher bitten wir Sie, sehr geehrte Ministerpräsidentin, die von uns aufgezeigten Anliegen in Ihrer Zuständigkeit aufzugreifen und sie auch auf der Ebene der Bundesregierung zielgerichtet zu vertreten.

In Münster macht die  „Arbeitsgemeinschaft Münsterscher Frauenorganisationen“ (AMF) am 20. März mit einer Kundgebung auf den „Equal Pay Day“ aufmerksam.
Die Arbeitsgemeinschaft vertritt 25 Organisationen und Gruppierungen.

Die Arbeitsgemeinschaft Münsterscher Frauenorganisationen vertritt:
- Arbeiterwohlfahrt (AWO)
- Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF)
- Bündnis 90 / Die Grünen
- Business and Professional Women Germany e.V. – Club Münster
- Deutscher Ärztinnenbund – Regionalgruppe Münster
- Deutscher Frauenring (DFR)
- Deutscher Juristinnenbund (djb) – Regionalgruppe Münster
- Deutscher Jüdischer Frauenverein
- Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK) – Kreisverband Münster
- DHB – Netzwerk Haushalt – Landesverband Westfalen e.V.
- Die Staatsbürgerin e.V.
- Deutscher Verband Frau und Kultur e.V. – Gruppe Münster
- Evangelische Frauenhilfe e.V. – Kirchenkreis Münster
- Frauen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung
- Frauen Union der CDU
- Heliand – Kreis katholischer Frauen
- Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB) e.V.
- Katholische Frauengemeinschaft (kfd) e.V. – Stadtfrauen Münster
- Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF)
- Verband allein erziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV)
- Verband medizinischer Fachberufe (VmF)
- Ver.di – Frauengruppe Münster
- Visionen e.V.
- Westfälisch-Lippischer Landfrauenverband e.V. (WLLV)
- Unabhängige iranische Frauengruppe in Münster
Beim EPD 2015 wirkt außerdem die Katholische Arbeitnehmerbewegung – Diözesanverband Münster mit.

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